Vancouver Courier - Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke wegen Anschlagsverdachts

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Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke wegen Anschlagsverdachts
Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke wegen Anschlagsverdachts / Foto: © AFP/Archiv

Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke wegen Anschlagsverdachts

Nach den Angriffen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg wird in beiden Fällen wegen des Verdachts von Anschlägen auf die kritische Infrastruktur ermittelt. "Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf vor Journalisten. Die Polizei sprach von einem "Anschlagsgeschehen". In Brandenburg ermitteln die Beamten unter anderem wegen Terrorverdachts. Ein Zusammenhang wurde geprüft.

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Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim-Rheidt nahe Köln in Nordrhein-Westfalen am Dienstagabend wurden in einem angrenzenden Maisfeld nach Polizeiangaben sechs Abschussvorrichtungen für pyrotechnische Gegenstände gefunden. Sie seien offenbar so gebaut gewesen, dass damit ein Draht auf Höhe der Stromleitungen gebracht werden konnte, sagte der Kölner Kriminaldirektor Michael Esser. Der Draht sei offenbar auch an einem Zaun befestigt gewesen. Dadurch sei eine Erdung entstanden, die den Kurzschluss ausgelöst habe.

Der Angriff stelle sich inzwischen als "Anschlagsgeschehen zum Nachteil der kritischen Infrastruktur" dar, sagte Esser weiter. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage und der Störung öffentlicher Betriebe. Die Ermittlungen stünden "noch am Anfang", betonte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Auch bei dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg vom Dienstagmorgen kamen nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen für Pyrotechnik zum Einsatz. Der Netzbetreiber 50Hertz berichtete von selbstgebauten Flugkörpern, die Silvesterraketen ähnelten. Auch dort sei offenbar versucht worden, eine Verbindung zwischen der Höchstspannungsleitung und dem Erdboden herzustellen und so einen Kurzschluss auszulösen, sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU).

Angesichts der Parallelen in beiden Fällen gehen die Ermittler möglichen Zusammenhängen nach. Es gebe "vergleichbare Hinweise, die wir jetzt intensiv aufklären müssen", sagte Esser. Ob die Vorfälle zusammenhingen, werde geprüft, sagte auch Reul. Die Behörden beider Länder stünden dazu in engem Austausch.

In Nordrhein-Westfalen prüfen die Ermittler derweil "in zwei Richtungen - fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus", wie Reul weiter sagte. Nichts davon könne derzeit ausgeschlossen werden. Die Polizei weitete derweil am Mittwoch die Tatortaufnahme aus. "Da wird nichts liegen gelassen, wir schauen überall hin, jede Spur wird gesichert, jeder Meter zweimal angeschaut", betonte Reul.

In Brandenburg ermittelt die Polizei neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die Suche nach Beweismitteln dauerte laut Polizei auch hier an. Der Angriff hatte zu einer kurzzeitigen Unterbrechung von Stromleitungen geführt.

Nach dem Kurzschluss an dem Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen gab es laut Polizei keine Stromausfälle für Haushalte. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte, dass für die Bürger "die Stromversorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet" gewesen sei.

Beim Energiekonzern RWE waren durch den Kurzschluss fünf Kraftwerksblöcke mit einer Kapazität von insgesamt rund 4200 Megawatt ausgefallen. Zwei Blöcke gingen nach Konzernangaben am Mittwoch wieder ans Netz. Ein weiterer sollte am Abend folgen, die beiden übrigen am Wochenende.

Q.Wright--VC