"Lust am Fußball verloren": Karius erinnert sich an dunkle Zeit
Fußballerisch hätte es für Torhüter Loris Karius mit dem Aufstieg von Schalke 04 in der vergangenen Saison kaum besser laufen können - dabei hatte er einige Jahre zuvor fast die Leidenschaft am Sport verloren. Kurz vor seiner Bundesliga-Rückkehr erinnert sich der 33-Jährige an eine schwierige Zeit: "Ich hatte Probleme und auch ein bisschen die Lust am Fußball verloren. Ich habe mich gequält und konnte oft meine Leistung nicht abrufen", sagte Karius im Podcast "TOMorrow".
Der Torhüter bezog sich dabei auf seine Leihe vom FC Liverpool zu Besiktas Istanbul zwischen 2018 und 2020. Auslöser für den Abgang beim englischen Topklub war das Champions-League-Finale 2018, in dem sich Karius nach einer Gehirnerschütterung mehrere Patzer leistete. Liverpool verlor das Endspiel gegen Real Madrid mit 1:3.
"Das hat mir damals komplett das Genick gebrochen", sagte Karius, der das Gefühl hatte, nach dem Finale keine faire Chance mehr in Liverpool zu bekommen. Die Nachwehen spürte er damals auch privat: "Ich habe sie nicht gelesen, aber es waren Morddrohungen gegen mich und die Familie. Ich hatte damals ein paar Tage lang Polizeischutz vor dem Haus."
Nach zwei Jahren in der Türkei durchlief Karius Stationen bei Union Berlin und Newcastle United, bevor er ein halbes Jahr vereinslos war. 2025 unterschrieb er in Gelsenkirchen und etablierte sich innerhalb kurzer Zeit zur Nummer eins im Schalker Tor. Rückblickend sei er durch seine Erfahrungen gewachsen: "Alles, was auch passiert ist, gehört auch zu mir."
J.White--VC