Frankreich: Neuer Nationaltrainer Zidane will gegen Rassismus im Fußball kämpfen
Der neue französische Nationaltrainer Zinédine Zidane hat den Kampf gegen Rassismus im Fußball zu einer seiner Prioritäten erklärt. "Wir müssen gegen Rassismus vorgehen - jeder auf seine Weise", sagte der 54-Jährige am Dienstag bei seiner Vorstellung als Chefcoach der französischen Fußball-Nationalmannschaft der Männer in Paris. Mitglieder des Teams waren in den vergangenen Jahren immer wieder rassistisch angefeindet worden.
"Vielleicht können wir die Dinge nicht ändern. Aber wir leben in einem wunderschönen Land, das von Vielfalt geprägt ist. Ich bin in einem Viertel aufgewachsen, in dem Platz für alle war", sagte der frühere Nationalspieler, der in Marseille aufgewachsen ist. "Wir sind alle Menschen", fügte der Nachfolger von Didier Deschamps hinzu.
Während der unlängst zu Ende gegangenen Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada war der französische Kapitän Kylian Mbappé mehrmals Zielscheibe rassistischer Beleidigungen geworden. So hatte eine paraguayische Senatorin den schwarzen Spieler nach der Achtelfinal-Niederlage der paraguayischen Nationalmannschaft gegen Frankreich mit einem Affen verglichen. Mbappé hatte der Senatorin in Onlinemedien daraufhin "schamlosen Rassismus" vorgehalten und erklärt, sie gebe "das denkbar schlechteste Bild ihres Landes ab".
Die Spielervereinigung Fifpro gab die Zahl der von ihr registrierten Beleidigungen allein während der WM-Gruppenphase mit 89.000 an - elf Prozent davon seien rassistisch motiviert gewesen.
Zidane galt seit Jahren als potenzieller Nachfolger von Deschamps. Sein Vorgänger hatte "Les Bleus" 2012 übernommen und 2018 zum Weltmeistertitel geführt. Zidane unterschrieb zunächst einen Vierjahresvertrag, der bis zur WM 2030 läuft.
Zidane hat mit Real Madrid aus Spanien bislang nur einen Verein trainiert. Mit ihm gewann er drei Jahre in Folge die Champions League.
M.Walker--VC