Verband: So viele Vereine in Deutschland wie noch nie
Die Zahl der registrierten Vereine in Deutschland ist so hoch wie nie. Im März war eine Rekordzahl von 628.992 Vereinen eingetragen, wie der Stifterverband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Jahr 2024 waren demnach 13.534 Vereine neu eingetragen worden - so viele wie seit zehn Jahren nicht. Da die Zahl der Löschungen nicht in diesem Maß stieg, wuchs die Zahl der Vereine wieder schneller.
"Wir finden in den Daten kein flächendeckendes Vereinssterben", erklärte Peter Schubert vom Stifterverband. Jedoch verteile sich das Wachstum ungleich über die Regionen. Berlin wächst dabei am stärksten. Seit 2016 stieg der Bestand um 16,5 Prozent. Dahinter folgten Baden-Württemberg mit plus 6,3 Prozent und Bayern mit plus 5,5 Prozent.
In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern schrumpfte der Bestand im selben Zeitraum hingegen um 6,2 beziehungsweise 4,6 Prozent. Mit 10,6 Vereinen pro tausend Einwohnern gibt es im Saarland die höchste Vereinsdichte. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 9,6 und Sachsen-Anhalt mit 9,2. Schlusslichter sind Schleswig-Holstein mit 6,0, Hamburg mit 5,5 und Bremen mit 5,0.
Auch auf dem Land entstehen neue Vereine. Selbst in dünn besiedelten Gegenden wurden insgesamt mehr Neueintragungen als Löschungen registriert. Die Entwicklung der Vereinszahlen folgt häufig der Bevölkerungsentwicklung. In den ostdeutschen Flächenländern ist die Löschquote überdurchschnittlich hoch.
Dennoch gibt es Ausnahmen. Brandenburg wächst in der Bevölkerung, stagniert jedoch bei den Vereinszahlen. Bremen verliert Vereine, obwohl die Bevölkerung wächst. "Demografie allein erklärt die Unterschiede nicht", erklärte Schubert. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und örtliche Förderstrukturen wirkten mit.
Für die Erhebung wurden das Vereinsregister und die amtliche Justizstatistik ausgewertet. Die rund 50.000 seit 2022 neu gegründeten Vereine engagieren sich zu 16 Prozent für Kultur. Dahinter folgen Sport sowie Bildung und Erziehung mit jeweils 12,6 Prozent vor Freizeit und Geselligkeit mit 12,5 Prozent. Ein großer Teil der Neugründungen entfällt auf Fördervereine wie für Schulen oder Freiwillige Feuerwehren.
Die Autoren der Studie forderten, die Entwicklung als Phase strukturellen Wandels zu verstehen. Das Gefälle zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen müsse schwinden. Dafür sei unter anderem eine verlässliche Engagementinfrastrukur in strukturschwachen Regionen nötig.
J.Hughes--VC